Von der Sucht befreit

"Lobe den Herrn, meine Seele und vergiß nicht was, er dir Gutes getan hat." (Psalm 103 Vers 2)

Wenn ich zurück schaue auf mein Leben, dann werde ich nie vergessen was Gott an mir Gutes getan hat. Denn es gab einen radikalen Wendepunkt in meinem Leben, von dem ich euch gerne erzählen möchte.

Als die Jüngste von 5 Mädchen wuchs ich bei meiner Mutter auf. Mein Vater starb am Tag meiner Geburt und so durfte ich ihn leider nie kennen lernen. In meiner Jugendzeit hing mein ganzes Herz am Handballsport. Dort bekam ich die nötige Bestätigung und Anerkennung. Mein Leben war ausgefüllt, ich genoss die Gemeinschaft und lernte Disziplin.

Gott spielte keine wesentliche Rolle in meinem Leben, obwohl ich an seine Existenz geglaubt habe.

Mit 23 Jahren hing ich dann meine Handballschuhe an den Nagel, um meine „freie Zeit“ noch auf andere Weiße genießen zu können, z.B. begegnete ich meiner "Ersten Großen Liebe". Als aber dann diese Freundschaft auseinander ging fiel ich in ein richtiges tiefes Loch. Es fehlte mir die Anerkennung durch den Handballsport sowie die entgegengebrachte Liebe durch diese Freundschaft.

Mein Leben war nicht mehr ausgefüllt. Nun versuchte ich durch extremes Betreiben von Einzelsportarten, Ernährungsumstellung und Nahrungsreduzierung dieses Loch auszufüllen bzw. mir selber die nötige Bestätigung zu geben. Was ganz harmlos anfing endete in einer Sucht, ich wurde magersüchtig. Auf Haut und Knochen war ich abgemagert und dadurch körperlich fix und fertig und nervlich am Ende. Meine Familie und Freunde standen mir ratlos gegenüber. Die Ärzte und Therapeuten versuchten mir durch verschiedene Therapiemöglichkeiten zu helfen. Zusätzlich suchte ich auf verschiedenen Wegen nach Geborgenheit, Liebe, Glück und Gesundheit. Aber alles waren nur kurzzeitige Hilfen.

Auf dieser Suche wurde ich durch ansprechende Artikel in einem Heft auf eine "Christliche Gemeinde" in meinem Ort aufmerksam gemacht. Dort hörte ich von Gott, dass er jeden liebt und von Jesus Christus, der für meine persönliche Lebensschuld gestorben ist. Einerseits hat mich dies sehr angesprochen und beeindruckt, anderseits hatte ich aber auch noch Zweifel. Hat Gott mich wirklich lieb, so wie es in der Bibel steht? Nach den vielen Enttäuschungen auf meiner Suche, konnte ich es für mich noch nicht annehmen. Da aber für Gott niemand zu unwichtig und zu klein ist, hatte er mir durch Christen einen Geburtstagskuchen ins Haus geschickt. Das war für mich damals die größte Freude und Überraschung. Gott hatte mir auf einfache Weise gezeigt, dass er mich persönlich lieb hat. Als alle Gäste gegangen waren, betete ich zu Gott, nahm dankbar sein Liebesangebot an und habe Jesus Christus in mein Leben aufgenommen. Von da an spielte Jesus Christus die wesentliche Rolle in meinem Leben, mit Auswirkungen die ich mir nie hätte vorstellen können.

Natürlich war ich von heute auf morgen nicht geheilt, aber ich konnte anders mit meinen Problemen umgehen. Wobei es nicht nur Höhen gab, sondern auch Tiefen, wo ich auch am Boden zerstört war, doch Jesus Christus ließ mich nie am Boden liegen, er hat mich immer wieder aufgerichtet. Schritt für Schritt hat er mich weiter geführt, hat Veränderungen aufgezeigt und ich durfte liebe Freunde finden. Durch IHN wurde ich von meiner Sucht befreit und geheilt.

Mein Lebensinhalt ist nun ganz anders ausgefüllt. Das Wort Gottes ist der Maßstab für meinen Lebensweg und Jesus Christus mein Herr. Er weiß am Besten was für mich gut ist und so kann ich nie tiefer fallen als in seine Hände. Dies ist für mich das Wunderbarste und das Beste was man haben kann.

Zusammenfassend möchte ich mit einem Liedvers von Manfred Siebald schließen:

"Gott hat dich lange schon ins Herz geschlossen,
auch wenn du ihm nichts vorzuweisen hast.
Lud nicht sein Sohn sich deine Schuld auf,
starb er nicht daran?
Lädt er nicht die Armen ein,
damit er sie beschenken kann?
Er liebt dich!"

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C.S. 2005