Warum ich gerne fotografiere

Lina. (Fotografie von Tonia Drudo)

Wenn ich die Geschichte in Worten erzählen könnte, bräuchte ich keine 
Kamera herumzuschleppen. (Lewis W. Hine)

Als ich überlegt habe, was ich über Fotografie sagen könnte, haben sich mir einige wesentliche Fragen gestellt: Warum fotografiere ich? Was sagen meine Bilder aus? Was sollten sie meiner Meinung nach aussagen?

Keine einfachen Fragen und irgendwie rätsele ich immer noch ein wenig daran herum.
Jeder Fotograf entwickelt mit der Zeit seinen eignen Stil und verfolgt seine eigenen Absichten mit seinen Bildern. Fotos sind nicht lediglich das Abbilden einer Szene; sie sind immer von dem Fotografen beeinflusst. Aus verschiedenen Winkeln fotografiert kann ein Objekt ganz unterschiedliche Aussagen haben. Daher ist das wesentliche Element der Fotografie nicht das Beherrschen der Kamera sondern die Fähigkeit "zu sehen". Bevor der Fotograf den Auslöser betätigt, hat er das fertige Bild bereits vor Augen und hat den Bildaufbau bestimmt.

Gerade dieses Spiel mit dem „Sehen“, wie ein Bild aus dieser oder jener Perspektive wirkt, macht mir in der Fotografie besonders Spaß. Und es erfordert viel Übung sich darin weiterzuentwickeln. Eine Herausforderung für mich, die einen Gewinn für andere bedeuten kann. Denn es gibt viele, die sich über ein gelungenes Erinnerungsfoto oder ein Portrait von sich oder ihren Kindern freuen. Ich möchte Gott mit meiner Gabe dienen und andere Menschen durch meine Bilder eine Freude bereiten oder sie ermutigen.

Das Zitat von Lewis W. Hine habe ich im Internet gefunden und ich erkenne mich darin gut wieder. Durch die Fotografie kann ich nun zur Rednerin werden, ohne auch nur ein einziges Wort auszusprechen, zur Dichterin ohne ein Wort zu schreiben. Und ich kann auf Details der Schöpfung oder auf kleinen Dinge hinweisen und damit andere ermutigen und Dankbarkeit gegenüber unseren Schöpfer ausdrücken. (Tonia Drudo)