Israel und die Mauer

Schallschutzmauer

Gerade kommt der Bus mit unserer Reisegruppe durch die Vororte von Jerusalem. Hinter uns liegen Tage im südlichen Eilat, als auch Sehenswürdigkeiten im Norden des Landes.

Immer wieder hatten wir von der kilometerlangen Schutzeinrichtung zwischen den palästinensischen Gebieten und Israel gehört und diese in der Zaun-Form gesehen. Jetzt - kurz vor Jerusalem sehen wir sie: die Mauer. Wir springen auf, machen aus der linken Fensterseite des Busses unsere Schnappschüsse. Doro, unsere Reiseleiterin, unterbricht ihren Redeschwall. „Das ist sie nicht! Das ist nur eine Schallschutzmauer - wegen der Straße da unten.“ Enttäuscht fallen wir in unsere Sitze zurück. Dabei sah diese Schallschutzmauer so groß und echt wie eine Schutzwallmauer aus.

Menschen bauen viele Mauern. Mauern gegen Lärm, gegen Hochwasser. Mauern gegen Kälte und gegen Bombenschmuggel. Warum baute Israel eigentlich diese Mauern zu ihren palästinensischen Nachbarn? Ist das nicht genauso verwerflich wie einst unsere Berliner Mauer?

Im Jahr 2001 begann die Zeit der Bus-Barbarei. Durch Selbstmordattentäter, die Linienbusse bestiegen und in die Luft jagten, wurde zwischen 2001 und 2005 physischer und psychischer Druck auf die israelische Bevölkerung ausgeübt. Der israelische Staat musste reagieren. Daraufhin wurden um palästinensische Gebiete 720 Kilometer Zaun verlegt. Dort wo ein Zaun aus Drahtgeflecht zum Schutze von Gebäuden und Straßen nicht ausreichend gewesen wäre, wurde eine Mauer gebaut. Die Mauerlänge entspricht 6% der 720 Kilometer langen Schutzeinrichtung. Israel kontrolliert die Checkpoints zwischen beiden Seiten.

Was hat´s gebracht?

Die Gefahr der Autobomben ging durch diese Schutzeinrichtung um über 95% zurück. Die Mauer wirkt wie ein Filter, der Attentäter die Einreise in die jüdischen Gebiete verwehrt, ohne den Grenzübertritt gänzlich zu unterbinden. Aus israelischer Sicht hat die Absperrung damit den ihr zugedachten Zweck erfüllt. Andererseits leiden jedoch viele Palästinenser unter der Einschränkung ihrer Reisefreiheit, denn Einreisegenehmigungen nach Israel sind an verschiedene Voraussetzungen gebunden.

Letzten Endes hat der Terror zu Opfern auf beiden Seiten geführt. Misstrauen und Feindschaft wurde vertieft und die Distanz zwischen den Völkern hat sich vergrößert.

Am Sicherheitszaun in Israel kann man sehen, wie fatal Folgen der Sünde sind. Terror ist im Grunde genommen ja nichts anderes als eine extreme Form von Sünde. Und Sünde entzweit Menschen, aber vor allem trennt sie uns Menschen von Gott.

In der Bibel lesen wir:

Eure Vergehen haben die Mauer gebaut, die zwischen euch und eurem Gott steht. Eure Sünden verhüllten sein Gesicht, dass er euch auch nicht anhören will. (Jesaja 59,2)

Erst wo man aufhört, Schuld bei anderen zu suchen und die eigene Sünde bekennt und lässt, fängt Versöhnung an. Um Mauern zwischen Menschen zu überwinden, braucht es oft viele Jahre vertrauensbildender Maßnahmen. Gott jedoch bietet uns eine viel größere und sofortige Vergebung unserer Schuld an: Sein Sohn, Jesus Christus, hat stellvertretend für uns die Strafe für unsere Sünden bezahlt. Deshalb dürfen wir durch ihn Frieden mit Gott finden:

Wir bitten im Auftrag von Christus: Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet! Er hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen können. (2.Kor 5,18-21)

Welche Mauern trennen Sie von Menschen? Welche trennen Sie von Gott?

Lassen Sie Gottes Angebot der Versöhnung nicht unbeantwortet. Auch Sie dürfen bei ihm Vergebung und Frieden finden, wenn Sie sich auf Ihn einlassen.