Der unsichtbare Balken ..

nie gesehen

Wer die Schlagzeilen der Medienlandschaft überfliegt, sieht sich mit einer Fülle von Skandalen und Skandälchen konfrontiert. Es festigt sich der Eindruck, dass Negativberichte über Prominente zur Lieblingslektüre einer breiten Bevölkerungsschicht gehören. Dank der Nachfrage ist es nicht verwunderlich, wenn mancher Zeitungsverleger den "moralischen Zeigefinger" gerne dazu gebraucht, um Umsatz und Gewinn des eigenen Produktes zu steigern. Die unberechtigte Rufschädigung anderer wird auf diese Weise billigend in Kauf genommen.

Diffamierung anderer Menschen ist dabei keineswegs auf bestimmte Gesellschafts- oder Berufsgruppen beschränkt. Angefangen beim Tuscheln bis zum Internet-Mobbing: Beleidigung anderer paart sich meistens mit Blindheit gegenüber eigenen Mängeln und Fehlern.

Jesus Christus hat dieses Verhalten sehr bildhaft entlarvt:

"Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht wahrnimmst? (Matthäus 7 Vers 3)

Es nützt nichts, sich selber besser aussehen zu lassen, indem man auf die Fehler anderer verweist. Gott kennt jeden Menschen ganz genau. Keiner kann ihm etwas vormachen. Das Gute ist, dass er uns trotz unserer Fehler und Schwächen liebt und uns gerne vergibt, wenn wir ihn darum bitten. Das war die gute Nachricht, die Jesus Christus gerade auch zu denen brachte, die mit ihrem Ansehen am Rand der Gesellschaft standen. Die schlechte Nachricht ist die, dass Selbstgerechtigkeit und Heuchelei die größten Barrieren sind, die Menschen davon abhalten, Gottes Liebe und Vergebung anzunehmen. Gleichzeitig wirken sie zersetzend was menschliche Beziehungen und gesellschaftliches Miteinander angeht.

Unserer Gesellschaft täte es gut, wieder mehr Respekt im Umgang miteinander zu zeigen. Nachrichten sollten sich nicht erst dann gut verkaufen, wenn sie über andere Schlechtes berichten. Vielmehr sollten sie Gutes und Erstrebenswertes hervorheben und vermitteln. Skandale sollten nicht um der Auflage oder Unterhaltung willen gemacht werden, sondern um Mängel abzustellen und richtiges Verhalten zu fördern.

Wer sich selber vor Gott als ein fehlbarer Mensch begreift, wird mit anderen Menschen barmherziger umgehen.